Der Hype um eine angestaubte Sportart

Kommentar von Dominik Thurner.

Wenn sich die Regierungsspitze volksnah und sportverliebt gibt, die Millionenshow-Stimme ein Skirennen kommentiert und über 45.000 Zuschauer im Zielhang jubeln, dann ist wieder Abfahrtsrennen in Kitzbühel. Dann ist alles Streif. Das prestigeträchtige Rennen repräsentiert den Skisport wie kein anderes Event auf der Welt. Es steht für halsbrecherischen High-Speed, harte Kerle und verbissenen Wettkampf.

Nichts davon hat etwas mit dem Skisport zu tun, den ich so liebe. Wo ist die Verspieltheit des Freestyles? Der Teamgeist und das Partnervertrauen im freien Gelände? Die Kreativität beim Freeriden? Dieser Zugang zum Skifahren wird abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit immer massentauglicher. Die Skikleidung wird lässiger, die Ski breiter und auf der Piste herrscht weniger Hermann Maier Attitüde als noch vor zehn Jahren.

Statt das (durchaus spannende und sehenswerte) Streif-Rennen immer weiter zu einem Polit-Event hochzustilisieren, wäre es höchste Zeit, die anderen Facetten des Skisports angebracht zu beleuchten. Im Stile eines Air&Style sollten auch Freeride-Contests und Freeski-Filme an Bedeutung gewinnen, um so den Hermann Maier-Staub vom Skisport-Image zu blasen.

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